Wir können nicht überall sein. Wir probieren es zwar, doch Eventberichte, Auslandsreportagen, Messebesuche, Volksreden und teaminterne Pyjama-Parties beanspruchen sehr viel von unserer Zeit. Deswegen präsentieren wir euch heute einen Gastbericht von unserem guten Freund und Kollegen Rüdiger “Sexmachine” Teutsch. Dem einen oder anderen alten Hasen von euch wird der Name vielleicht vage bekannt vorkommen – ja, genau, DER Rüdiger. Er berichtet für uns, für euch und auch ein bisschen für eine bessere Welt vom Deutschen Entwicklerpreis 2010 in Essen. Rüdiger, biddeschön.
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Würde man unter Gamern eine schonungslos ehrliche Umfrage machen, was eine gute Weihnachtsparty ausmacht, stünden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit folgende Dinge auf dem Wunschzettel: Gute Spiele, nackte Möpse, jede Menge Alkohol und Zombies. Von daher ist leicht zu erklären, warum sich unter Publishern und Spieleentwicklern alljährlich ein verzückter Gesichtsausdruck einstellt, wenn man ihnen mit Eintrittskarten für den Deutschen Entwicklerpreis vor dem Gesicht herumwedelt. Denn dieser Award, der unter Insidern gerne die “Weihnachtsfeier der Games-Branche” genannt wird, versteht es Jahr für Jahr, sämtliche Punkte des Gamer-Wunschzettels zu erfüllen. Und ja, wir meinen damit tatsächlich ALLE Punkte. Deshalb haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, nach Essen zu fahren und dem Event persönlich beizuwohnen. Denn hey, wer soll sonst peinlich nackte Frauen anstarren seriös und objektiv darüber berichten?

Für den Deutschen Entwicklerpreis hatten die Veranstalter wie in den vergangenen Jahren in die Lichtburg in Essen geladen. Und wie in den vergangenen Jahren zeigte sich: Egal, wer neben Spielen aus der “Siedler”- oder der “Anno”-Reihe für einen preis nominiert ist, kann eigentlich getrost zu Hause bleiben. So räumten “Die Siedler 7” die Kategorien “Bestes deutsches Spiel”, “Bestes Strategiespiel” und “Bestes Community-Management” ab. “Anno 1404 – Venedig” holte sich die Preise für “Beste Grafik” und “Beste Story”. Publisher Blue Byte wurde außerdem noch “Bestes deutsches Studio”.

Doch glücklicherweise waren nicht alle Entscheidungen so vorhersehbar. So sorgte das Spiel “A New Beginning” in der Kategorie “Bester Soundtrack” für eine riesige Überraschung. Denn für “A New Beginning” hatte Publisher Daedalic die jungen Münchner Komponisten “Knights of Soundtrack” angeheuert, die gerade einmal erst zwei Jahre in der Games-Branche arbeiten. Sie wurden zwar für den Entwicklerpreis nominiert, galten aber als krasser Außenseiter, weil die restlichen vier Soundtrack-Nominierungen an ein einziges, international agierndes, alteingesessenes Soundstudio gingen. Doch auch in der Games-Branche sind noch Weihnachtswunder möglich: Die “Knights of Soundtrack” holten sich tatsächlich den Preis und wurde auf der Aftershow-Party noch stundenlang gefeiert. Einfach schön…Doch genug Sentimentalität: Was gibt es noch vom Entwicklerpreis zu berichten? Bester Publisher wurde Ubisoft und bei den Newcomern setzte sich das Indie-Team Sluggerfly mit “Night of Jeanne” durch. Sehr cool: “DaWindci” (Gameone berichtete), das uns bereits auf der Gamescom positiv ins Auge fiel, holte sich ebenfalls einen Newcomer-Award und darf sich über 3.000 Euro Preisgeld freuen.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt: Wann schreibt der Kerl endlich über die Möpse? Und wieso sollte es auf einem Entwicklerpreis eigentlich nackte Brüste zu sehen geben? Dazu können wir nur sagen: Es gibt keinen Grund. Und man muss ja auch nicht immer alles hinterfragen. War trotzdem nett anzusehen. Die Veranstalter des Deutschen Entwicklerpreises hatten für die Eventparty nicht nur einen Club ausgesucht, der seine Wände mit nackten Miezen tapeziert hat, sondern ließ auch ein knappes Dutzend spärlich bekleidete Nikoläusinnen und nackte Glitzerengel auf Bars und Geländern tanzen. Auch für diesen Gamer-Wunsch von uns also ein klares: “Check”. Alkohol gab es dort ebenfalls. Also “Doppel-Check”.

Bleiben nur die Zombies auf der Wunschliste. Und jetzt können wir es ja zugeben: Die gab es natürlich beim Deutschen Entwicklerpreis nicht. Wir wollten einfach die Spannung für diesen Artikel ein bisschen erhöhen. Das heißt aber nicht, dass es beim Deutschen Entwicklerpeis nicht Gruseliges gab: Wie ihr unserer Bildergalerie entnehmen könnt, wurde nämlich die Kleiderordnung in diesem Jahr offenbar etwas zu lasch verfolgt. Wie sonst kann man einen Laudator im karierten Ich-habe-Sherlock-Homes-getötet-Sacko auf die Bühne lassen, anstatt ihn an seiner ebenfalls karierten Krawatte zum Hinterausgang zu zerren? Bei dem Anblick hätten sich viele im Publikum augenblicklich gewünscht, ein paar vermoderte Untote würden ihnen die Augäpfel rausreißen. Von daher ist somit irgendwie hintenrum durchs Auge auch der Zombie-Programmpunkt erfüllt. Check. Frohe Weihnachten, Games-Branche!

entwicklerpreis 2010 - 2

Beschreibung: Entwicklerpreis 2010

Alle Bilder: © by Aruba Events GmbH