Was soll man zu einem Jackass Film groß schreiben? Es wird gekackt, gekotzt, gepisst, geschlagen, getreten, geworfen, gesprungen, ge-explodiert und noch viele andere “ge”-Dinge. Bei Jackass lässt es sich eigentlich recht einfach auf einen Punkt bringen. Entweder man gehört zu der Gruppe Menschen, die das Alles saulustig finden oder man gehört zu der Gruppe, die das Alles einfach überragend und sensationell finden.

Hier war mal ein Bild das leider nicht gebackupt wurde :(

Okay, ich bin jetzt auch nicht der Typ, der es liebt, wenn er Leuten beim gegenseitigen Anpinkeln oder Ankotzen zusieht, aber die Jackass-Truppe um Headliner Johnny Knoxville ist einfach so sympathisch und authentisch durchgeknallt, dass ich mich einfach nicht dagegen wehren kann, den ganzen Mist cool zu finden. Irgendwie schaffen es die Jungs immer, jede noch so bescheuerte Idee in eine doch irgendwie lustige Idee zu verwursten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Mischung aus Schaden- und Vorfreude macht sich in mir breit, wenn ich sehe wie sich der dicke Preston Lacy vor eine Flugzeug-Turbine stellt und Knoxville anschließend alle möglichen Gegenstände in die Luft wirft, die mit einer ungeheuren Wucht auf die Plautze von Lacy knallen. Das Ganze wird dann noch mit feinsten HD-Super-Zeitlupen und einem mehr als ordentlichen 3D-Effekt ungefähr 10 Mal wiederholt, und fertig ist ein “Skit”.

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Das Tempo bei Jackass 3D ist so dermaßen hoch, dass man überhaupt keine Zeit hat groß nachzudenken, was für ein Schwachsinn da eigentlich gerade passiert. Eben ist man noch schockiert von Steve-O’s Selbstzerstümmelung, da fliegt auch schon Bam Margera im Maskottchenkostüm durch die Luft, Johnny Knoxville lässt sich von einem wilden Bullen über den Haufen rennen oder die ahnungslose Crew wird von einer gigantischen Hand ausgeknockt. Es ist das alte Dick & Doof Prinzip. Nichts macht mehr Spaß als anderen beim Scheitern zuzusehen. Selbst wenn das Scheitern im Vorfeld inszeniert sein mag.Gleichzeitig hat Jackass aber auch was von einem Zauberer. Man fragt sich ob das gerade wirklich “echt” war, wieso die eigentlich immer noch am Leben sind und ultimativ, warum die das eigentlich machen.

Jackass 3D ist kein anspruchsvolles Kino, es wird auch in absehbarer Zeit wohl eher keinen Pulitzerpreis für die Jungs geben und mit Sicherheit ist es nichts für Leute mit schwachem Magen. Aber es sind die kürzesten 90 Minuten, die Ihr dieses Jahr im Kino sehen werdet. Schnappt Euch Eure Kumpels, je mehr desto besser, schaltet Eure Hirne aus und genießt einfach Mal eineinhalb Stunden sinnfreie Unterhaltung at it’s best. Ganz ehrlich, als der Film dann zu Ende war, war ich schon ein wenig traurig. Ich hätte locker noch Luft und Lust für weitere 90 Minuten gehabt. Ich liebe Jackass und Jackass 3D, wenn auch nicht unbedingt besser als der Vorgänger, ist eines meiner ganz persönlichen Highlights dieses Jahr. Ohne Scheiss. Bzw, mit!


Pädagogen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Elternverbände rüsten zur letzten Schlacht und Untergang-des-Abendlandes-Befürchter informieren alle Leser des Feuilletons, dass unsere Gesellschaft jetzt endgültig verloren ist. Gleichzeitig rennen Tausende und Abertausende von halbwüchsigen, meist männlichen Rabauken in die Kinos und zahlen sauer verdientes Geld dafür, um erwachsenen Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig ankotzen. Oder sich Hartgummi-Dildos ins Gesicht klatschen. Ladies and Gentleman: “Jackass” is back.

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Eigentlich ist jeder Text über “Jackass 3D” überflüssig. Wer die uralten “Jackass”-Clips auch in der vierhundertzweiundneunzigsten Wiederholung auf MTV noch zum Brüllen findet, braucht gar nicht weiterlesen, sondern sollte am besten für sich und seine Kumpels die Kinokarten ordern. Und Bier besorgen. “Jackass 3D” ist die konsequente Fortführung des bewährten Erfolgrezepts dieser kulturell unverzichtbaren TV-Perle: Johnny Knoxville, Steve-O, Chris Pontius und die anderen Spacken tun sich auf jede erdenkliche Art weh, bringen sich ohne zwingenden Grund in Lebensgefahr und an die Kotzgrenze. Und meistens darüber hinaus. Es wird viel gekotzt in “Jackass 3D”. Aber nicht nur: Dave England kackt eine beachtliche Portion in Zeitlupe auf eine Modelleisenbahn-Landschaft. Es sind voll ausgewachsene, geistig (relativ) gesunde Männer, die ihn dabei filmen und fast heulen vor Lachen. Ich bin schon weiter: Ich heule wirklich vor Lachen.

Ich frage mich schon längst nicht mehr, was das über mein Humorverständnis aussagt. Oder über meinen Intellekt, was das betrifft. Ich kann und will nicht erklären, was zur Hölle an einer Furz-und-Kack-und-Blut-Parade in 3D so rasend komisch ist, dass ich japsend im Kinosessel hänge. “Jackass” ist so offensiv bescheuert, dass jeglicher Widerstand gegen den geballten Schwachsinn zwecklos ist. Außerdem kann man den Jungs eine gewisse, wahnsinnige Kreativität nicht absprechen. Gegenstände mittels einer Düsenjäger-Turbine auf Höchstgeschwindigkeit zu beschleunigen und sich dann damit beballern zu lassen – darauf muss man erstmal kommen. Natürlich ist das so ziemlich die beste Idee, die jemals ein Mensch hatte und ich bin sehr froh, dass dieser Film produziert wurde, der vermutlich mehr gekostet hat, als ich in 20 Jahren verdiene. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass Kunst in Hollywood noch eine Lobby hat.

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“Jackass 3D” ist völlig bekloppt, ekelhaft, geschmacklos und sozialethisch bestimmt ziemlich desorientierend. Mit anderen Worten: Das ist der witzigste Film des Jahres. Spart euch die Diskussion mit den Eltern oder der Freundin (Schreibt eure Theorie, warum Mädchen mit “Jackass” nichts anfangen können, in die Kommentare), trommelt eure Clique zusammen, trinkt ein paar Weizenkaltschalen und werdet im Dunkel des Kinosaals wieder zu einem Drittklässler, für den Fäkalhumor der Höhepunkt des Kulturschaffens ist. Das kann wirklich sehr befreiend sein.

Ladies and Gentlemen: “Jackass” is back. Welcome home.

“Jackass 3D” startet morgen, am 28.Oktober, in Arthouse-Kinos und auf linksintellektuellen Filmfestivals. Sehen wir uns?